Nachhaltiges Geschirr als Alternative zu Plastikgeschirr & Take-Away-Verpackungen

So gestaltest du den Außer-Haus-Verkauf umweltfreundlicher

Das Verbot von Einwegplastik bringt zahlreiche Veränderungen für die Gastronomie mit sich. Denn Teller, Besteck und Co. aus Kunststoff sind tabu . Neue, nachhaltige Lösungen müssen deshalb her. Doch, ob Zuckerrohr, Pappe oder Bambus – viele der Alternativen sind zwar auf den ersten Blick umweltfreundlich, haben aber auch zahlreiche Nachteile. Welche das sind und warum essbares Geschirr die wohl nachhaltigste Lösung ist, liest du bei gastro-marktplatz.de.

Nachhaltiges Geschirr Gastronomie

Deshalb ist Einweggeschirr aus Plastik so umweltschädlich

„Essen Sie hier oder möchten Sie die Speisen mitnehmen?“ – eine Frage, die in der Gastronomie immer häufiger gestellt wird. Der Außer-Haus-Markt boomt. Lieferdienste und Imbisse bieten ihren Gästen schon seit langem die Möglichkeit, Essen nicht nur vor Ort, sondern auch zuhause oder im Büro zu verzehren. Mittlerweile bildet der Außer-Haus-Verkauf aber auch für Restaurants und Cafés einen wichtigen Eckpfeiler bei der Bewirtung der Gäste. Die Corona-Pandemie hat diesem Trend zusätzlichen Aufwind beschert. Doch wer Speisen und Getränke zum Mitnehmen anbieten möchte, benötigt auch die passenden Verpackungen.

Die lange Zeit allgegenwärtigen Einwegverpackungen aus Kunststoff haben inzwischen ausgedient. Seit Juli 2021 gilt deutschlandweit das von der EU beschlossene Verbot von Einwegplastik. Diese Maßnahme leistet einen wichtigen Beitrag, um die Flut an Plastikmüll einzudämmen und der drohenden Klimakatastrophe entgegenzuwirken. Denn Kunststoff basiert auf Erdöl, einer endlichen Ressource, die zudem hohe Mengen an klimaschädlichen CO2-Emissionen verursacht. Hinzu kommt das Problem der Entsorgung. Oftmals landet der Müll nämlich gar nicht in der dafür vorgesehenen Mülltonne, sondern wird achtlos weggeworfen. Im Great Pacific Garbage Patch, einem riesigen Müllstrudel im Pazifik, sollen sich nach Angaben von Wissenschaftlern inzwischen rund 1,8 Billionen Plastikteile sammeln – darunter viele Bestandteile von Plastik-Einweggeschirr. Der Teppich umfasst eine Fläche, die in etwa dreimal der Größe Frankreichs entspricht. Zwar konnten im Rahmen des Projekts „Ocean Cleanup“ 29 Tonnen Plastikmüll des Great Pacific Garbage Patch eingesammelt werden, doch das ist nur ein kleiner Tropfen auf dem heißen Stein. Ebenfalls problematisch: Obwohl viele Plastikverpackungen theoretisch recycelbar wären, werden hierzulande tatsächlich nur 5,6 % wiederverwertet.

Nachhaltige Alternativen zu Plastikgeschirr sind also dringend notwendig, um den Planeten Erde zu entlasten. Der Gastronomie stehen hier zahlreiche clevere Lösungen zur Verfügung – von essbarem Geschirr über Teller aus Naturmaterialien bis hin zu Mehrwegsystemen. Die wichtigsten davon stellt gastro-marktplatz.de dir in einem Überblick vor.

Nachhaltige Verpackungslösungen für den Außer-Haus-Verkauf

Der Markt an umweltfreundlichen To-go-Verpackungen für die Gastro hält eine Vielzahl an Varianten bereit. Wichtig ist, dass die Lösung, für die sich dein Gastro-Betrieb letztendlich entscheidet, nicht nur nachhaltig ist, sondern auch deinen Anforderungen in Sachen Praktikabilität gerecht wird. Prüfe also, ob das Geschirr die Speisen über eine längere Zeit warmhält, dicht ist und sich ggf. für den Transport stapeln lässt. Unter anderem folgende Plastikalternativen stehen dir zur Verfügung:

1. Nachhaltiges Geschirr aus Zuckerrohr (Bagasse)

Bei der Produktion von Zucker aus Zuckerrohr fallen als Nebenprodukt Fasern (auch Bagasse genannt) an. Diese werden gewaschen, mit Wasser vermengt und bei hohen Temperaturen und viel Druck zu kompostierbaren Tellern, Boxen und Bechern gepresst.

Vorteile von Geschirr aus Zuckerrohr

  • nachwachsender Rohstoff
  • nachhaltige Zweitverwertung eines Abfallprodukts

Nachteile von Geschirr aus Zuckerrohr

  • lange Transportwege, hohe CO2-Emissionen
  • Anbau in Monokulturen (hohe Pestizidbelastung)
  • unbeschichtet weder fett- noch zuckerabweisend
  • beschichtete Varianten häufig mit gesundheitsgefährdenden Flourchemikalen imprägniert
  • beschichtete Varianten nicht kompostierbar (Chemikalienbelastung)

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2. Nachhaltiges Geschirr aus Palmblättern

Palmen dienen als Baumaterial und Nahrungsmittel (Stichwort Palmöl). Dabei fallen Palmblätter als Abfallprodukt an, welche handverlesen zu Einweggeschirr verarbeitet werden. Dazu wäscht und trocknet man die Blätter, presst sie anschließend in Form und schneidet sie zu.

Vorteile von Geschirr aus Palmblättern

  • nachwachsender Rohstoff
  • nachhaltige Zweitverwertung eines Abfallprodukts
  • auch unbeschichtet formstabil

Nachteile von Geschirr aus Palmblättern

  • lange Transportwege, hohe CO2-Emissionen
  • Anbau in Monokulturen (hohe Pestizidbelastung), für die oftmals extra intakter Regenwald gerodet wurde
  • lange Kompostierungsdauer (Entsorgung über den Biomüll nicht empfehlenswert)

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3. Nachhaltiges Geschirr aus Bambus und Holz

Auch Holz und Bambus werden häufig für die Herstellung von nachhaltigen Einweggeschirren verwendet. Dazu werden die zerkleinerten Fasern mit einem klebenden Bindemittel gemischt und in Form gepresst.

Vorteile von Einweggeschirr aus Bambus und Holz

  • nachwachsender Rohstoff
  • geringer Einsatz von Energie, Wasser und Rohstoffen
  • auch unbeschichtet formstabil

Nachteile von Einweggeschirr aus Bambus und Holz

  • Herkunft meist unklar („Regenwaldholz“ à bitte unbedingt auf FSC-Zertifizierung achten!)
  • beschichtete Varianten nicht kompostierbar
  • beschichtete Varianten häufig mit Harzen und Kunststoffen versehen, welche bei Kontakt mit heißen Flüssigkeiten gesundheitsschädliches Melamin und Formaldehyd freisetzen (Verbraucherzentralen und das Bundesinstitut für Risikobewertung warnen!)

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4. Nachhaltiges Geschirr aus Pappe, Papier, Karton

Pappbecher und -teller zählen zum Standardrepertoire in Sachen Einweggeschirr. Hergestellt wird das Pappgeschirr aus zerkleinerten Holzfasern.

Vorteile von Einweggeschirr aus Pappe, Papier, Karton

  • hohe Verfügbarkeit
  • nachwachsender Rohstoff

Nachteile von Einweggeschirr aus Pappe, Papier, Karton

  • hoher Einsatz von Energie, Wasser und Chemikalien
  • Herkunft meist unklar („Regenwaldholz“ à daher auf FSC-Zertifizierung achten!)
  • beschichtete Varianten häufig mit gesundheitsgefährdenden Flourchemikalen wasserabweisend gemacht
  • beschichtete Varianten nicht kompostierbar

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5. Nachhaltiges Geschirr aus Bio-Plastik (PLA)

Bio-Plastik, auch unter dem Namen PLA (= Polylactide) bekannt, verfügt über dieselben Vorteile wie „normales“ Plastik, wird aber aus Mais (genauer gesagt: Maisstärke) hergestellt.

Vorteile von Einweggeschirr aus Bio-Plastik

  • nachwachsender Rohstoff
  • formstabil
  • theoretisch kompostierbar

Nachteile von Einweggeschirr aus Bio-Plastik

  • hoher Einsatz von Energie
  • Konkurrenz zur Verwendung von Mais für Nahrungs- und Futtermittel
  • lange Kompostierungsdauer
  • kaum Unterscheidung zu normalem Plastik möglich
  • Entsorgung deshalb meist im Restmüll, was nicht nachhaltig ist

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6. Nachhaltiges Mehrweggeschirr mit Pfandsystem

Die Einführung eines Pfandsystems für Geschirr und Besteck ist ebenfalls denkbar, um den Außer-Haus-Verkauf umweltfreundlicher zu gestalten. Dazu kannst du ein eigenes System etablieren oder auf bereits bestehende Anbieter wie Rebowl und Recircle setzen.

Vorteile von Mehrweggeschirr mit Pfand

  • nachhaltiges Mehrwegsystem
  • Zero Waste

Nachteile von Mehrweggeschirr mit Pfand

  • hoher organisatorischer Aufwand (Systemeinführung, Herausgabe und Annahme des Geschirrs, Verrechnung der Pfandbeträge)
  • möglicherweise geringe Bereitschaft bei den Gästen, Pfand zu zahlen
  • viele Reserven notwendig, falls das Geschirr erst spät zurückgebracht wird
  • hoher Platzbedarf

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7. Essbares Geschirr / Essbare Becher

Der Münchner Hersteller Wisefood setzt bei der Produktion von nachhaltigem Einweggeschirr unter anderem auf Apfelfasern, ein Nebenprodukt aus der Apfelsaftherstellung. Alle Utensilien können nach der Benutzung einfach aufgegessen werden – das verursacht keinerlei Abfälle und somit absolut Zero Waste. Ebenso wie bei Eiswaffeln kann auch Getreide als Grundlage für die Herstellung von essbarem Geschirr dienen. Das essbare Geschirr und Besteck von Wisefood kommt so auch mit Flüssigkeiten und Speisen mit hohen Temperaturen bestens zurecht.

Vorteile von essbarem Geschirr

  • nachwachsender Rohstoff (Schonung von endlichen fossilen Ressourcen)
  • nachhaltige Zweitverwertung eines Abfallprodukts (keine Konkurrenz mit der Lebensmittel- oder Viehfutterproduktion)
  • regionale Herstellung (kurze Transportwege, geringere CO2-Emissionen)
  • formstabil und hitzebeständig
  • Zero Waste (tragen zur Müllvermeidung bei, steigern die Nachhaltigkeit deines Gastro-Unternehmens, was du unbedingt auch nach außen kommunizieren solltest)
  • bei Nicht-Verzehr vollständig kompostierbar
  • unkompliziertes Handling
  • schmecken gut

Nachteile von essbarem Geschirr

  • Verfügbarkeit: im Einzelhandel noch recht unbekannt ; im Großhandel für Gastronomen auch in größeren Stückzahlen und sogar individualisiert erhältlich

Für deinen Gastronomie-Betrieb: Essbare Löffel & Co. von Wisefood

Wisefood bietet für Gastronomie-Betriebe eine ganze Reihe an essbarem Geschirr und Besteck. Dazu zählen unter anderem essbare Löffel (für Eis, Desserts und Fingerfood), Trinkhalme, Rührstäbchen (für Kaffee-Spezialitäten und Cocktails) sowie Becher (für Getränke und Suppen). Alle Produkte sind vegan sowie zum Teil glutenfrei und für zahlreiche Verwendungszwecke geeignet. Hast du Lust, die Produkte zu probieren, dann fordere über den Musterbutton die Besteck- und Geschirrlösungen von Wisefood als Muster zum Probieren an!